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Spiritueller Lifestyle
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19.10.2022

Spirituelle Paartherapie: Aneinander lernen, miteinander wachsen

Wenn wir zu zweit nicht mehr aus der Dunkelheit finden, hilft uns eine Paartherapie mit der Taschenlampe weiter. Die spirituelle Paartherapie geht mit Energiearbeit ein paar Ebenen tiefer – und hilft so, auch die eigenen Schatten zu beleuchten.
Phi mit Team

Irgendwie kommt mir gerade alles surreal vor. Hätte mir vor drei Jahren jemand erzählt, dass wir einmal hier sitzen würden, ich hätte ihm nicht geglaubt. Damals gab es für uns nur Geigen im siebten Himmel und unbeschwerte Zweisamkeit. Stattdessen erleben wir jetzt Gereiztheit und Entfremdung voneinander – von schönen Momenten keine Spur. Schön ist nur das Zimmer, in dem wir gerade sitzen – und gleich das Gespräch mit unserer spirituellen Paartherapeutin beginnen.

Was ist denn bitte eine spirituelle Paartherapie?

Werfen wir zunächst einen Blick auf die einzelnen Komponenten der spirituellen Paartherapie, damit wir dann das Puzzle zusammensetzen können.
Das Wort „spirituell“ hat seine Herkunft im lateinischen „spiritus“, das bedeutet: Geist. Therapie stammt aus dem Altgriechischen „therapeuein“, das heißt so viel wie heilen oder dienen.

Die Wissenschaft definiert eine Paartherapie als Behandlung eines Systems – dem Paar – wobei sowohl eine Störung des Gesamtsystems als auch seiner Einzelteile vorliegen kann.

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Einsatzgebiet der Paartherapie sind unter anderem Partnerschaftskrisen, Trennungs- oder Scheidungsabsichten oder Entfremdungsgefühle. Aber auch die Behandlung individueller Störungen kann Bestandteil einer Paartherapie sein – denken wir hier zum Beispiel an Angststörungen. Einfach gesagt, wird bei einer Paartherapie nach der Ursache geforscht, weshalb der „Ist-Zustand“ – also die Krise oder die Entfremdung – eingetreten ist. Im Rahmen der spirituellen Paartherapie wird die Ursachenforschung neben Gesprächen ergänzt durch unterschiedliche Formen der Energiearbeit – je nachdem, welche von den jeweiligen Therapeuten angeboten wird. Darunter fallen beispielsweise Transformations-Meditationen, ThetaHealing, Reiki oder die Chakrenarbeit.

Was konkret führt uns nun also zu einer Paartherapie?

Oftmals die Frage: „Soll ich bleiben oder soll ich gehen?“ Zu Beginn einer Beziehung fühlt sich das Zusammensein federleicht und beflügelnd an. Wir sind vor jedem Treffen aufgeregt, das Herz pocht bis zum Hals, die Schmetterlinge flattern im Bauch. Dadurch wird ein berauschender Hormoncocktail aus Serotonin, Dopamin und Noradrenalin ausgeschüttet, der uns das Leben durch die sprichwörtliche rosarote Brille betrachten lässt. Im Laufe der gemeinsamen Zeit verblasst dieser Blick etwas, die kunterbunte Aufregung weicht dem grauen Alltag. Das ist eine wunderbare Zeit, die Gefühle füreinander zu vertiefen – wenn wir wollen. Dann wechseln wir aus dem spielerischen Beziehungsmodus hinein in einen tieferen. An dieser Stelle entscheiden wir uns, ob eine wirkliche Begegnung stattfinden darf oder wir nur den beflügelnden Rausch der frischen Verliebtheit gesucht haben. Sagen wir Ja zur Tiefe und treten ein in die wahre Begegnung mit unsere/r/m Partner, beginnt automatisch auch die Auseinandersetzung mit uns selbst.

Denn wir alle tragen unseren Rucksack mit uns herum, individuell gefüllt mit Erfahrungen und Gefühlen. Lasse ich mich wahrhaftig ein auf die Beziehung, erlaube ich meiner Partnerin oder meinem Partner auch, diese Gefühle zu triggern. Wenn ich sie zulasse, kann ich erfahren, was dahinter liegt.

Was bedeutet das? Ein Trigger ist ein Ereignis, das ein Trauma reaktiviert, wodurch die damit verbundenen Gefühle ausgelöst werden. Wenn eine Aussage oder ein Verhalten unseres Partners nun eine solche negative Erfahrung triggert und wir mit unangenehmen Gefühlen regelrecht überschwemmt werden, projizieren wir das oftmals auf unser Gegenüber. Dabei übersehen wir, dass sich das ganze Spektakel aber in uns selbst abspielt und unsere eigenen Gefühle hochkommen. Im Kopf läutet hingegen die Alarmglocke Sturm und irgendwann wird die leise Stimme lauter, die uns erklärt: „Wir passen einfach nicht zusammen.“

Veränderung der Rahmenbedingungen

Liebe ist wie das Meer – uralt und doch immer wieder neu. So ist auch das Leben steter Wandel und Veränderung. Kaum haben wir uns an die Gemütlichkeit gewöhnt, bläst uns schon wieder der Wind der Veränderung um die Ohren. Wir dürfen uns neu sortieren und auf die geänderte Situation einstellen. Durch die Änderung der Rahmenbedingungen kann aber auch unser Beziehungsgefüge vor Herausforderungen gestellt werden. Beispielsweise durch die Geburt eines Kindes, der Auszug der erwachsenen Kinder, durch Arbeitslosigkeit oder eine berufliche Veränderung. Möglicherweise merken wir beim Auszug der Kinder, dass wir in den letzten Jahren wunderbar und harmonisch als Eltern funktioniert haben, aber die Paarbeziehung auf der Strecke geblieben ist. Unseren hektischen Alltag haben wir bravourös gemeistert, jedoch lag unser Fokus auf anderen Dingen als der gemeinsamen Beziehung. Nachdem die gemeinsame und verbindende Aufgabe – die Erziehung und Versorgung der Kinder – erledigt war, spüren wir nun die fehlende Verbundenheit zu unserem Partner oder unserer Partnerin. Auf einmal stören uns Kleinigkeiten, die wir vorher gar nicht wahrgenommen haben. Wir werden unzufrieden und streiten immer öfters. Worüber wir streiten, ist allerdings oft nicht der tatsächliche Grund für den Streit – sondern es offenbart sich nun, was sich jahrelang zusammen gestaut hat: fehlende oder fehlerhafte Kommunikation.

Woran liegt das? Wir waren so ambitioniert, gemeinsam die Herausforderungen des Lebens zu meistern, dass wir vergessen haben, uns bewusste Auszeiten für unsere Partnerschaft zu nehmen und uns sogenannte „Paarinseln“ zu schaffen. Eine Metapher zur Verdeutlichung: Wollen wir einen Marathon laufen, erfordert dies jede Menge Lauftraining und Ausdauer. Aber eben auch Erholungsphasen für die Regeneration. Jeder Baustein ist wichtig für das Gelingen des Langstreckenbewerbs. In einer nachhaltig erfüllten Langzeit-Beziehung ist es ähnlich: Lassen wir die Ruhepausen weg, wird es schwierig, ja vielleicht unmöglich, gemeinsam das Ziel zu erreichen.

Denken wir über eine Trennung nach oder stecken in einer Beziehungskrise, können wir dies zunächst als Warnsignal betrachten: „In meiner Beziehung muss sich etwas ändern. Ich bekomme nicht, was ich brauche.“
Nun dürfen wir uns fragen:

• Was genau macht mich unzufrieden oder unglücklich?
• Was kann und darf ich aus meiner Beziehung lernen?

Kommen wir damit allein nicht weiter, verspüren aber genauso wie unser/e Partner den ehrlichen Wunsch, der Beziehung eine Chance zu geben, so können wir die spirituelle Paartherapie nutzen. Dabei brauchen wir vor dieser fachlichen Hilfe nicht zurück zu schrecken. Bei Zahnschmerzen oder einer Schwangerschaft gehen wir ja auch zum Arzt, oder nicht? Mithilfe einer professionellen Begleitung können wir nun den oben genannten Fragen auf den Grund gehen und uns auf die Forschungsreise in uns selbst einlassen. Welche blockierenden Verhaltensmuster und Glaubenssätze tragen wir mit uns herum? Was dürfen wir tun, um diese aufzuarbeiten und zu verändern?

Wenn wir uns selbst kennenlernen und wissen, wer wir sind, was wir brauchen und was gut für uns ist, hören wir damit auf, unser Glück im Außen zu suchen und unsere/n Partner dafür verantwortlich zu machen.

Im besten Falle sind wir nach der spirituellen Paartherapie gereift und gewachsen und haben die Liebe zu unserem Lieblingsmenschen durch unsere persönliche Veränderung wiederentdeckt. Wir sind sensibilisiert und in der Lage, künftig schneller zu spüren, dass unsere/n Partner gerade ein eigenes Lernthema triggert. Und jeden Tag sagen wir aufs Neue von ganzem Herzen JA zu unserer Beziehung. Eine lohnende Erfahrung, nicht wahr?

„Es ist verrückt“, sagt der Kopf.
„Du könntest verletzt werden", sagt das Herz.
„Ich habe Angst", sagt der Bauch.
„Tu es, wir werden daran wachsen", sagt die Seele.
- Bahar Yilmaz -

Ich freue mich, wenn wir dich mit unserem Artikel zum Nachdenken gebracht haben und du in Bezug auf deine Partnerschaft vielleicht ein paar Dinge aus einer anderen Sichtweise betrachten kannst. Oder – falls sich das gerade stimmig anfühlt – den richtigen Rat von außen holst.
Mehr zum Thema in Form eines wundervollen Artikels über „Bewusstes Lieben“ findest du hier. Teile gerne deine Gedanken mit uns in den Kommentaren!

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