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Spiritueller Lifestyle
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09.10.2022

PMS: Please More Selfcare

Wie du das transformative Potenzial deines inneren Herbstes nutzt und in Balance bleibst
Phi mit Team

Wie erlebst du den zyklischen Herbst? Als eine Phase der Balance und Erdung oder als wilden Sturm, der dich ordentlich durchschüttelt?
Der innere Herbst ist – wie der äußere auch – eine Zeit des Wandels. Bist du bereit, loszulassen und dich der Dunkelheit hinzugeben, dann offenbart diese Phase eine ganz besondere Magie und die Möglichkeit zur tiefen Selbstreflexion.

Damit du trotz hormoneller Achterbahnfahrt und stürmischen Tagen in Balance bleibst, gilt es, dein inneres Gleichgewicht zu wahren.

Das gelingt am besten, indem du mit dir selbst verbunden bist. Diese Verbindung wird dank des Wunsches nach Rückzug auf natürliche Weise gestärkt. Reagierst du vor deiner Periode empfindlicher auf starke sensorische Reize wie Lärm, Hektik oder Menschen mit einer negativen Energie? Das Nervenkostüm ist dünner. Reize wirken ungefiltert auf uns ein. Es kommt schneller zu Überforderung, weshalb es ganz normal ist, in der prämenstruellen Phase das kuschelige Sofa dem Trubel einer Veranstaltung vorzuziehen.

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Oder das Homeoffice einem stressigen Meeting. Der innere Herbst betont eher deine introvertierten, sensiblen, feinfühligen und emotionalen Facetten. Wie nach einem aufregenden, lebendigen Sommer, bist du gesättigt von neuen Erfahrungen und Eindrücken, aufgeladen mit Licht und Wärme. Nach dieser Zeit des äußeren Aufblühens tut es gut, sich wieder mehr auf sein Inneres zu besinnen.

Bleibst du hingegen noch stark im Außen und kosten dich berufliche wie persönliche Anforderungen viel Energie, kann das zu Spannungen führen. Besonders vor der Periode wird es anstrengender, Erwartungshaltungen gerecht zu werden, die nicht mit deiner Energie resonieren.

Zeit für Entschleunigung

Indem du deiner Energie und deinen Bedürfnissen mehr Beachtung schenkst, synchronisierst du dich mit deinem Zyklus. Nimm den Druck raus, immer gleich produktiv und leistungsfähig sein zu müssen. Lasse weniger äußere, lineare Strukturen über dein Sein und Tun bestimmen und bleibe in deinem Rhythmus. In der Ruhe und Entschleunigung offenbaren sich die Kräfte dieser Phase: deine Weisheit und Intuition.

Versuchen wir hingegen, das Energieniveau des inneren Sommers zu halten, empfinden wir die prämenstruelle Phase und Periode als Störfaktoren. Wir pushen uns und greifen, um Energietiefs auszugleichen, zu Stimulanzien wie Kaffee und Süßigkeiten. Was genau das Gegenteil bewirkt: nämlich, dass unser Energielevel noch mehr schwankt.

PMS und menstruelle Beschwerden sind die Folge und verstärken den Frust über den eigenen Körper. Mache dir aber bewusst: nicht dein Körper arbeitet gegen dich, sondern möglicherweise du gegen ihn, wenn du dich den zyklischen Veränderungen nicht anpasst.

Im inneren Herbst durchläufst du verschiedene hormonelle Veränderungen, die Energie, Stoffwechsel und Stimmung beeinflussen. Du bist in einem permanenten Wandel.

Stell dir die Zeit vor Eisprung und Periode als zwei gegenüberliegende Pole vor. Beide haben einen gegensätzlichen Charakter. Es ist also ganz natürlich, wenn auch du eine Veränderung deiner Persönlichkeitsanteile spürst.

Progesteron, das Haupthormon der Lutealphase, wirkt vor allem beruhigend. Es macht dich feinfühliger und emotionaler, aber auch vorsichtiger und ängstlicher. Im Falle einer Befruchtung hält es dich so davon ab, diese zu gefährden. Dinge, die du wegen des Hormon-Highs zuvor als weniger störend empfunden hast, triggern dich nun möglicherweise. Besonders, wenn sie nicht dir, deinen Werten und Bedürfnissen entsprechen.

Die beruhigende Wirkung des Progesteron verlangsamt auch die Verdauung. Gleichzeitig erhöht es Körpertemperatur und Stoffwechsel, sodass du mehr Hunger hast. Der Körper benötigt mehr Energie und erhöht die Nährstoffaufnahme nach dem Eisprung für eine potentielle Befruchtung.

PMS – ein Ungleichgewicht als Folge des modernen Lebensstils

Bevor sie vor der Periode absinken, agieren Progesteron und Östrogen nochmal gemeinsam. Ihr Verhältnis zueinander ist entscheidend. Ist es verschoben, kommt es zu PMS.

PMS wird oft mit der Lutealphase gleichgesetzt, weil es so häufig vorkommt. 80 Prozent aller Frauen sind davon betroffen. Der Mythos, diese Beschwerden gehören zum Zyklus und zum Frau-Sein dazu, stimmt glücklicherweise nicht. Du musst nicht jeden Monat leiden!

Akne, Blähungen, schmerzende Brüste, Verstopfung, Krankheitsgefühl, Erschöpfung, schlechte Konzentration und depressive Verstimmung sind Zeichen, dass deine Hormone nicht im Gleichgewicht sind.

Anstatt die Symptome zu bekämpfen, wollen wir die Ursachen dafür auf natürliche Weise an der Wurzel packen. Verantwortlich für Dysbalancen sind u.a. die Pille, Stress, Umweltgifte, falsche Ernährung, Nährstoffmangel und stille Entzündungen. Auch das Alter spielt eine Rolle. Ab 35 verändert sich der Hormonhaushalt langsam und in der Perimenopause verringern sich die Eisprünge. Das führt dazu, dass der Körper weniger Progesteron produziert und Östrogen die Führung übernimmt – mit Folge von PMS. Auch übermäßiger Fitnesswahn, Diäten, Alkoholkonsum und Essstörungen versetzen den Körper in Stress, der das Hormongleichgewicht stört.

PMS = Please More Selfcare

Siehe PMS als eine Erinnerung für mehr Selbstfürsorge und einen ausgeglichenen Lebensstil. Darin findest du die Schlüssel für eine entspannte prämenstruelle Zeit. Der natürliche Rückzug deiner Energie lädt dich ein, ruhiger und achtsamer zu sein. Spüre, welches Tempo sich jetzt gut anfühlt. Du bist gut, so wie du bist! Du musst nicht immer produktiv sein, um dich wertvoll zu fühlen. Mache mehr Pausen und achte auf deine Energieressourcen.

Nährendes Zyklusfood für mehr Balance

Zusätzlich zu einem achtsamen Umgang mit Stress ist die Ernährung entscheidend für die Hormonbalance.

In der Lutealphase sind die Ausscheidungsorgane mit dem Abbau der Östrogene beschäftigt. Sind sie überlastet, führt eine verringerte Umwandlungskapazität zu Östrogenüberschuss und somit zu PMS. Versuche, deine Verdauung durch entzündungshemmende, pflanzliche Nahrung zu entlasten und baue folgende Lebensmittel in deine Ernährung ein:

  • intensiv, dunkel gefärbtes Obst und Gemüse
  • stärkereiches Wurzelgemüse
  • nährendes Vollkorn- und Pseudogetreide
  • ballaststoffreiche Hülsenfrüchte
  • pflanzliche Bitterstoffe
  • verdauungsfördernde & wärmende Gewürze
  • ungesättigte Fettsäuren aus “guten Fetten”
Heilpflanzen und Rituale für seelische und körperliche Entspannung

Heilpflanzen unterstützen dich, achtsam gegenüber deinen Bedürfnissen zu sein. Sie beruhigen den Geist und entspannen deinen Körper. Nutze ihre Kräfte für Selbstfürsorge-Rituale, wie eine liebevolle Massage mit Mandelöl und ätherischen Blütenölen. Lavendel, Neroli, Rose und Ylang Ylang haben entspannende, herzöffnende und stimmungsaufhellende Eigenschaften.

Diese Wirkung zeigt sich auch durch räuchern oder beim Yonisteaming mit Heilpflanzen. Der warme Wasserdampf mit Kräuteressenzen fördert beim vaginalen Dampfbad die Durchblutung des Beckens. Dieser Prozess kann die Menstruation erleichtern, die Eierstockfunktion anregen und den Zyklus regulieren.

Für die seelische Balance eignen sich Adaptogene wie Ashwagandha, Tulsi, Reishi oder Rosenwurz. Sie können dem Körper helfen, besser mit Stress umzugehen, wirken tonisierend und hormonell ausgleichend.

Ein heimisches Heilkraut, das auch in der dunklen Jahreszeit Licht spendet, ist das Johanniskraut. Es gilt als potentes natürliches Antidepressivum und ist eine wichtige Pflanze bei seelischem Leiden. Sie bringt Wärme und Lebensfreude.

Sonnenpflanzen mit hohem Gehalt an ätherischen Ölen wie Melisse, Kamille und Lavendel wirken beruhigend, angstlösend und entkrampfend bei emotionalen Verstimmungen oder körperlicher Anspannung.

Die Frauenpflanzen Muskatellersalbei, Schafgarbe und Frauenmantel wirken ausgleichend auf den Hormonhaushalt und sollten in keiner Hausapotheke fehlen.

Ein einfacher und effektiver Weg, dich zu entspannen, ist die Nervenberuhigung durch Kontakt mit dir selbst. Lege dafür die Hände auf Herz und Gebärmutter, während du meditierst. Nutze Klopfakupressur, bei der du den Energiefluss durch sanftes Klopfen auf Akupressurpunkte stimulierst. Ein bewusster Fokus auf die Atmung aktiviert den Teil des Nervensystems, der für Ruhe und Entspannung zuständig ist.

Indem du in dich hinein spürst, kommst du stärker mit deiner Intuition in Kontakt. Innere Blockaden und Schattenthemen können sich zeigen, aber auch verarbeitet werden. Nutze die Zeit, um zu reflektieren. Nimm dir unangenehme Gefühle zum Anlass, um dir bewusste Intentionen für eine Lebensführung zu setzen, die in Einklang mit deinen Wünschen und Zielen steht.

Sieh PMS als Einladung, deine Bedürfnisse und einen gesunden Lebensstil zu priorisieren. Das Bewusstsein für deinen Zyklus, die richtige Ernährung, Selbstfürsorge und naturheilkundliche Unterstützung helfen dir, auch in deinem inneren Herbst in Balance zu bleiben.

Ich hoffe, dass du aus dieser Betrachtungsweise der prämenstruellen Zeit Impulse für deinen nächsten inneren Herbst mitnehmen kannst. Verrate mir gerne in den Kommentaren, was dir bei PMS und in der Zeit vor deiner Periode besonders gut tut.

PhiMa-Expertin 
Katja Vogt

Katja ist Zyklus-Mentorin und Gründerin von Feel Your Flow. Als Autorin des gleichnamigen Zyklusplaners hat sie über 2000 Frauen auf ihrem Weg zu mehr Zyklusbewusstsein begleitet. Sie bietet Workshops und Mentorings zu den Themen Zyklusbewusstsein- und gesundheit an.

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