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Spiritueller Lifestyle
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13.4.2022

Braucht’s die Bräuche?

Wie wir Oster-Traditionen neu betrachten und die Zeitqualität für einen Neubeginn nutzen dürfen.
Phi mit Team

Bräuche, Traditionen, Familienzeit – Ostern ist für viele von uns ein Fest, mit dem zahlreiche Erinnerungen verbunden sind. Es steht für bunte Eier, die gemeinsam gefärbt werden, farbenfrohe Deko, die die Fenster schmückt und süße Überraschungen, die im versteckten Nestchen warten. Kaum ein anderer Feiertag kennt so viele Bräuche, die im Familien- und Freundeskreis zelebriert werden. Wie alle Feierlichkeiten im trauten Kreise sind auch die Ostertage mit hoher Erwartungshaltung aufgeladen und verleiten uns, schnell in Stresssituationen abzurutschen.

Wenn wir aber einen Schritt zurücktreten, dürfen wir erkennen, dass die alten Traditionen, die vermeintlich nur noch für die Kinder innerhalb unserer Familie aufrecht erhalten werden, auch für uns selbst außergewöhnliche Erkenntnisse bereit halten – denn die österlichen Festtage schenken uns eine ganz wunderbare Zeitqualität und tief verwurzelte Symbolik, die wir für unsere persönliche Entwicklung nutzen können!

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Wiedergeburt und Neubeginn.

Das Osterfest, wie wir es heute kennen, ist eine Mischung aus weltlichen, heidnischen und christlichen Bräuchen und Traditionen. Was die meisten von ihnen verbindet und sich über die Jahrtausende transportiert hat, ist die Feier der Wiedergeburt. Dass sich Licht über die Dunkelheit erhebt und die Erkenntnis, dass menschliches Leid überwunden wird, ja dass der Tod nicht das Ende bedeutet, ist die tiefe Essenz dessen, was wir über die Grenzen der Welt hinweg, zu Ostern spüren dürfen. Sich zu vergegenwärtigen, dass wir während dieser Feiertage den Neubeginn des Lebens zelebrieren, birgt eine wundervolle Gelegenheit für jede*n Einzelne*n von uns, unseren Wünschen und Träumen, die uns vielleicht schon eine Weile begleiten, endlich Leben einzuhauchen.

Bereits die vorangehende Fastenzeit lädt uns dazu ein, zu überprüfen, was uns tatsächlich noch dienlich ist und welche Themen wir ziehen lassen wollen. Diese Periode steht wie kaum eine andere für eine Zeit der Reflexion, in der wir unsere eigenen Schwächen und „Wunden“ anerkennen, um letztlich Heilung - also sinnbildlich unsere eigene, innere „Auferstehung“ - zu erfahren. Sie erreicht ihren Höhepunkt am Karfreitag, der im Christentum die Energie von Anstrengung, Mühe und Leid mit sich trägt. Im übertragenen Sinne kann das für uns die Gewissheit bedeuten, dass etwas in uns - seien es Gewohnheiten, Glaubenssätze oder Vorstellungen unseres Egos - sterben muss, damit wir uns aus der Energie des Leidens befreien, und somit unserer Bestimmung folgen können. Wir dürfen dabei unseren Seelenauftrag „auferstehen“ lassen und ihn schließlich (wieder) erwecken. Ostern ist außerdem eine ganz wunderbare Zeit, uns mit unseren Ahnen zu verbinden und Kraft aus unserer ureigenen Tiefe zu schöpfen!

Fruchtbarkeit und Frühlingsboten.

Während im kirchlichen Osterfest die Auferstehung Jesu im Mittelpunkt steht, fußen zahlreiche Rituale auf den Überlieferungen der Germanischen Göttin der Morgenröte, des Frühlings und der Fruchtbarkeit, Ostara. Sie symbolisiert das Wiedererwachen der Natur nach den strengen Wintermonaten, den Sieg gegen den Frost des Winters und das neue Leben, das der Frühling den Menschen bringt. Um sie zu ehren, feierten keltische Völker jedes Jahr zur Tagundnachtgleiche ein Frühlingsfest.

Ostaras Boten haben sich außerdem zu Symbolen entwickelt, die uns auch heute noch an Ostern begleiten - Hasen und Eier, die wir aus Schokolade genießen und als glitzernde Deko aufstellen, galten als Zeichen dafür, dass die Göttin der Morgenröte sich bereits auf dem Weg zu den Menschen befand. Der Hase steht in diesem Kontext für Fruchtbarkeit, kann er mehrmals im Jahr Nachwuchs bekommen und ist als „Mondhase“ in Vollmondnächten auch als Sternbild zu sehen. Die Keltische Legende erzählt, dass Ostara ein Ei zwischen ihren Brüsten trug und als es reif war und aufbrach, aus ihm die ganze Welt hervorging: die wärmende Sonne, die Natur und die Menschen. Nach wie vor ist das Ei ein Zeichen der Fruchtbarkeit und so schmückt es zu Ostern unsere Umgebung.

Und nicht zuletzt ist das Element Feuer fester Bestandteil in den österlichen Ritualen. Das Entzünden der Osterkerze oder die Tradition der Osterfeuer symbolisieren die Sonne, die nach den dunklen Wintermonaten wieder Licht und neues Lebens einlädt. Vor uns liegt also eine Zeit, in der die Natur nach und nach ihre Knospen sprießen lässt und wir dabei zusehen dürfen, wie das Leben neu erwacht und täglich wächst.

Wo lässt du deine Schale aufbrechen und deine Träume auferstehen?

Die jahrtausendealten Überlieferungen haben bis heute Bestand und schenken uns Anlass zur Reflexion. Wir dürfen uns in diesen Tagen mit unserem tiefsten Selbst verbinden und uns fragen, wo wir unsere eigene Schale aufbrechen können, um uns mit neuem Licht durchfluten zu lassen. Welchen Samen willst du sähen, dessen Früchte du im Laufe des Jahres ernten möchtest? Welche Ideen sollen im Laufe des neuen Jahreszyklus fruchten? Wir sind in diesen Tagen mehr denn je eingeladen, Altes hinter uns lassen und Neues zu empfangen und sind aufgerufen, unser inneres Gleichgewicht zu suchen, so wie sich Tage und Nächte nun wieder einander annähern.

Also: Ja, klar, braucht’s die Bräuche! Denn durch das Brauchtum verankern wir den Rhythmus, den das Jahr und seine Zeit mit sich bringt, schenken dem Alltag Tiefgang und bringen uns in Einklang mit den natürlichen Zyklen der Natur. Rituale helfen uns bewusst oder unbewusst dabei, uns auf den Moment einzuschwingen und aus ihm neue Kraft zu schöpfen. Zwischen Eier-Färben, Osterschmaus und Kitsch-Deko bietet uns das Osterfest also wunderbaren Anlass, Innezuhalten und uns auf den neuen Kreislauf einzustimmen. Schwingen wir uns ganz achtsam auf die tiefgreifende Symbolik ein, anstatt sie an den Schaufenstern an uns vorbeiziehen zu lassen, ebnen wir uns den Zugang zu neuen Erkenntnissen und Chancen.

Wir haben für dich ein kleines spirituelles Ritual zusammengestellt, mit dem du den Stress dieser Tage ganz bewusst zurücklassen und einmal kurz die Pause-Taste drücken darfst. Es ist genau das Richtige für dich, wenn du ein persönliches Thema in dir „auferstehen“ lassen möchtest oder du etwas in dir ausfindig gemacht hast, das neu geboren werden willst.

Ritual mit dem Element Feuer

Widme dich heute dem Thema des Auferstehens und tanke Mut, Zuversicht und Vertrauen. Kreiere einen Space, um etwas Neues zu starten, das dir Freude macht! Es kostet uns enorm viel Kraft, immer wieder mit alten Glaubensmustern oder Ängsten konfrontiert zu werden, also nutze diese unterstützende Feuer Meditation, um diese zu überwinden.

  • Zünde eine Kerze an oder falls du die Möglichkeit hast ein Lagerfeuer
  • Atme, während du das Feuer beobachtest, tief ein und aus
  • Beobachte mit jedem Einatmen, wie die Flamme ein wenig heller wird
  • Stelle dir vor, wie sich diese Wärme der Flamme in deinem Körper ausbreitet, dir Energie sowie Mut schenkt und dich von innen heraus erfüllt
  • Visualisiere, wie du einen kleinen Stapel von Stöcken gesammelt hast, auf jedes Stöckchen schreibst du ein Wort oder einen Satz, das für etwas in deinem Leben steht, das dir nicht mehr dienlich ist, etwas, das du loslassen willst oder musst
  • Lege nun jeden Stock gedanklich in die Flamme und sieh zu, wie sich die Emotion/der Gedanke mit der Wärme des Feuers transformiert

Lasse uns super gerne in einem Kommentar wissen, wofür du dein Feuer entfachen lassen und welchen Neubeginn du wagen möchtest!

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